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Digitaldruck


Digitaldruck bezeichnet eine Gruppe von Druckverfahren, bei denen das Druckbild direkt von einem Computer in eine Druckmaschine übertragen wird, ohne dass eine statische Druckform benutzt wird. Bei diesem Drucksystem handelt es sich meist um ein elektrofotografisches Drucksystem wie einen Laserdrucker, der für hohe Auflagenzahlen konstruiert ist. Verwendung finden auch andere Verfahren, wie beispielsweise Tintenstrahldruck für großformatige Poster und Plakate.

 

Der Digitaldruck ist seit Beginn der 1990er Jahre verbreitet und gewinnt ständig weitere Marktanteile – in Europa rechnet man bis 2015 mit einer

Umsatzverdoppelung.

Das Druckverfahren

Beim Digitaldruck wird (im Gegensatz z.B. zum Offsetdruck) keine feste Druckform (Druckvorlage) benötigt so dass jeder Bogen anders bedruckt werden kann (NIP – Non Impact Printing). Das auch als DDP (Direct Digital Printing) bezeichnete Verfahren ermöglicht personalisierte Drucke wie Mailings, Rechnungen, Kreditkartenabrechnungen, etc. oder auch gezielt auf den Empfänger abgestimmte Werbung. Weiters können mehrseitige Dokumente sofort in der richtigen Reihenfolge gedruckt werden und ein späteres Zusammentragen / Sortieren entfällt.

 

Zusätzlich kann das Drucksystem weitere Einrichtungen zum Schneiden und Binden aufweisen, wodurch die Fertigung kompletter Druckprodukte in kürzester Zeit möglich wird.

 

Es gibt eine Reihe von unterschiedlichen Digitaldruckvarianten:

  • Tintenstrahl- oder Laserdrucker

Diese werden hauptsächlich für sehr kleine Auflagen im privaten Bereich eingesetzt.

  • Schnellkopierer (ähnlich dem Laserdrucker)

Diese erreichen deutlich höhere Durchsätze in weniger Zeit und werden meist in Copyshops oder firmeninternen Druckereien eingesetzt.

  • Electro-Ink-Verfahren /-Drucker

Diese Systeme (z.B. „HP Indigo-Systeme) ermöglichen annähernd Offsetdruckqualität auf verschiedensten Bedruckstoffen. Zunehmend werden großformatige Tintenstrahlsysteme eingesetzt, die Druckbreiten von bis zu fünf Metern ermöglichen. Dies sind meist Rollensysteme mit denen wetterfeste Materialien (z.B. PVC-Banner, Meshgewebe, etc.) bedruckt werden. Diese Drucke sind für mehrere Jahre im Außenbereich nutzbar und

witterungs- und farbecht.

  • Plattendirektdruck

Die neueste Generation der Digitaldrucksysteme. Mit diesem System können starre Materialien (meist im UV-Inkjet-Verfahren) bedruckt werden – hier ist systemabhängig nur die Stärke (Dicke) des Bedruckstoffes relevant.

Mit diesem System können z.B. Kunststoffe, Holz, Glas, Metalle, Stein, Papier, etc.

bedruckt werden.

Die Drucktechnik

Beim Digitaldruck braucht man, wie erwähnt, keinen physisch festen Druckkörper auf den man die zu druckende(n) Farbe(n) aufbringt. Somit erspart man sich die bei anderen Druckverfahren teils aufwändigen Vorbereitungsarbeiten und Einrichtungen. Mit relativ wenig Aufwand kann hier jeder Bogen anders bedruckt werden – für kleine Stückzahlen oder personalisierte Dokumente ist das unschlagbar.

 

Da dieses Druckverfahren regelmäßig ohne festen Druckkörper aus kommt ist es somit ein Non Impact Printing-Verfahren. Dazu zählen auch der Tintenstrahldruck (Inkjet), Thermodruck (Thermosublimation und Thermotransfer) oder auch der moderne Fotodruck.

 

Es gibt zwei verschiedene Methoden, welche, je nach gewünschtem Ergebnis und erforderlicher Auflage Anwendung finden. Das Laserdruckverfahren – für hohe Auflagen und die Tintenstrahltechnik – für großformatige Drucke.

 

  • Das Laserdruckverfahren

Hier wird eine Kopie aus elektrischen Ladungen erzeugt mit Hilfe derer selektiv Farbei auf das Druckobjekt aufgetragen wird um eine genaue Abbildung der

Kopie zu erzeugen (Prinzip der Elektrofotografie).

  • Tintendrucktechnik (Inkjetdruck)

Hier werden farbige Tintentropfen gezielt auf das Druckobjekt geschossen.

 

Die Merkmale

Der entscheidende Vorteil des Digitaldruckes ist die Wirtschaftlichkeit bei kleinen und sehr kleinen Auflagen. Weiters werden die Digitaldruckmaschinen zunehmend schneller (ca. 50 Seiten / min dzt.) was anderen schnellen Druckverfahren (Offsetdruck, Siebdruck) Konkurrenz macht.

 

Somit werde Druckobjekte (von Briefpapier bis Visitenkarten) bei kleinen Auflagen meist im Digitaldruck produziert. Personalisierte Schreiben (Grußkarten, Einladungen, Mailings, etc.) sind ebenfalls meist nur im Digitaldruck sinnvoll zu drucken.  Mittlerweile werden sogar Bücher in kleinen Auflagen (books on demand) im Digitaldruck gedruckt.

Durch Digitalkameras boomt auch das Drucken von Fotos, Fotobüchern, etc. – diese werden ebenfalls im Digitaldruck mit teils hochspezialisierten Digitaldruckmaschinen hergestellt.

 

Durch Kombinationen mit anderen Druckverfahren lassen sich einerseits wirtschaftliche, wie andererseits optisch ansprechend-aufwendige Druckergebnisse erzielen.

Die Einsatzgebiete

  • Digitaldruck ist für kleinere Auflagen kostengünstiger als Offsetdruck
  • Personalisierte Drucke wirtschaftlich nur im Digitaldruck möglich
  • Kombination mit anderen Offset- bzw. Tiefdruckverfahren (z.B. Kataloge)
  • Bücher in Kleinauflagen – marktfähige Preise – handelsübliche Qualität
  • Personalisierte Bücher in Kleinstauflagen (ab 1 Stück)
  • Fotobücher, Kalender, Grußkarten, …
  • Großformatdruck - individuelle Tapeten, etc.

 

Die Stärken und Schwächen

Digitaldrucke haben eine hohe Universalität und unter dem Gesichtspunkt des individuellen Druckens ein sehr gutes Preis-Leistung-Verhältnis. Deutliche qualitative Schwächen zeigen sich jedoch bei der reinen Fotodarstellung – da es sich beim Digitaldruck generell um ein Rasterverfahren handelt, entstehen immer Druck-Artefakte. Werden qualitativ hochwertige Fotos benötigt, kann nur durch Ausbelichtung eine entsprechende Qualität erreicht werden.

 

Digital hergestellte Drucke wie Briefpapier (Kopfbogen) und Formulare müssen mit den, vom Kunden verwendetet Druckverfahren unbedingt abgestimmt werden. Nutzt der Kunde heiße Drucktechnik (Laser- oder Wachsdrucker), dann dürfen keine, später im Drucker schmelzenden Farben verwendet werden. Formulare, die später handschriftlich ausgefüllt werden, neigen bei Wachs- und Laserdruck dazu, dass Kugelschreiber und Füller – ohne Farbabgabe hin und her kratzen. Wachsdruck erzielt die mit Abstand höchste Leuchtkraft und Intensität der Farben durch den dicksten Farbauftrag.

 

Die Unterschiede

Der Übergang zwischen einem leistungsfähigen Kopierern und einem Digitaldrucksystem ist fließend. Digitaldrucksysteme haben jedoch meist die Möglichkeit zum Speichern von Druckvorlagen, drucken mit höherer Bildqualität und sind zuverlässiger und produktiver als Kopierer. Beim digitalen Farbdruck wird weiters die farbgetreue Wiedergabe von Druckvorlagen und bestimmter normierter Farbtöne unterstützt, welche über aufwändige Einstellungen und Kalibrierungen (Farbmanagement) erreicht wird.

 

Digitaldrucksysteme haben mehr Möglichkeiten die Anordnungen der Seiten eines Dokumentes auf einem Bogen zu steuern. So können mehrere kleine Seiten auf einem großen Bogen angeordnet werden (Nutzenmontage). Selbst das Falzen und Binden wird vorbereitet. Das Beschneiden des fertigen Produktes wird durch zusätzlich aufgedruckte Schneidmarken und geeignete Ränder vereinfacht.

 

Digitaldruck kann jedoch auch im Zusammenspiel von aufeinander abgestimmten Einzelarbeitsplätzen und Maschinen verschiedener Hersteller erfolgen. Dies ermöglicht die Auswahl mehrerer Drucktechniken mit ganz speziellen Eigenschaften (z.B. Tintenstrahldruck, Wachsdruck, digitaler Siebdruck, Laserdruck usw.) – sowie eine wesentlich breitere Auswahl bei der Weiterverarbeitung nach dem Druck.

Von herkömmlichen Druckereien wird Digitaldruck meist nur als Zusatzangebot angeboten – es gibt jedoch spezielle Digitaldruckereien mit, für jede Teilaufgabe, speziellen Maschinen.

 

Die Kombination verschiedener Fertigungsschritte

Der Umschlagdruck mit Tinte bei anschließendem Schützen durch das Laminieren/Kaschieren z.B. unempfindlich gegen abplatzende Farbschichten an Knicken, Falzen, Nuten und Schnitträndern, aber auch weniger kratzempfindlich gegenüber aufgebrachten Lack-, Wachs- oder Tonerschichten.

 

Die einzelnen Druckverfahren im Überblick

Tintenstrahl- / Inkjetdruck

Beim Tintenstrahldruck werden kleinste Tintentropfen auf Papier – durch gezieltes Erhitzen oder durch Anlegen einer Spannung an keramische Piezo-Kristalle – aufgebracht, was zu einer Ablenkung und Steuerung der Tropfen führt.

 

Bei Druckqualität und Leuchtkraft der Farben ist ein guter Tintenstrahldruck allen anderen Verfahren überlegen.

 

Die für gewöhnlich verwendeten Tinten (meist im Farbraum CMYK) sind weder wasserfest noch lichtecht – es gibt jedoch auch alterungsbeständige (archivfeste) Tinten, die jedoch preislich deutlich höher liegen.

 

Ein interessantes Spezialgebiet sind Festtintendrucker (Solid Ink Printer), bei denen Stäbchen (Color Sticks) verwendet werden, die in ihrer Form an Ölkreiden erinnert. Diese werden im Druck geschmolzen und ähnlich wie bei Tintenstrahldrucker, jedoch mittels einer Übertragungswalze wie beim Laserdruck, auf das Papier aufgebracht. Spezielle Tintenstrahldrucker werden auch für Großformatdrucke, wie für Hausfassaden, Messen usw. verwendet.

 

Laserdruck

Viele der, gerne als Digitaldruck, bezeichneten Drucktechniken kann man unter dem Begriff elektrofotografische Druckverfahren (Elektrofotografie) zusammenfassen. Diese Verfahren haben sich im wesentlichen aus der Xerox-Fotokopie und dem Bürokopierer entwickelt – der Laserdruck fällt ebenfalls unter diese Gruppe.

 

Die Technik – Bei der Kopie wird eine elektrisch negativ geladene Walze durch Lichteinfluss (Laser, auch LED sind zunehmend im Einsatz) teilweise entladen – der positiv geladene Toner (staubfeines Pulver) wird von der verbliebenen Ladung angezogen und auf ein, gleichfalls elektrisch geladenes, Papier abgezogen. Die Fixierung erfolgt durch Hitze und Druck, wobei die mikroskopisch kleinen,

kunststoffumhüllten Pigmente aufgeschmolzen und aufgepresst werden.

Beim Farbkopierer kommt zusätzlich Silikonöl (Griffschutz) hinzu, wodurch die Farbkopie eine glänzende Oberfläche erhält. Die Feinheit des Druckes hängt dabei auch von der Größe der Tonerpartikel ab, Mikrotoner ergeben einen dünneren Farbauftrag und ein präziseres Druckbild. Bei Kleinauflagen stoßen Hochleistungskopierer mit bis zu 120 S / W-Kopien pro Minute bereits seit einiger Zeit in den Bereich des Kleinoffsetdrucks vor. Der Vorteil hier sind die geringeren Grundkosten – direkte Computeranbindung und einfache Änderungsmöglichkeiten von Teilauflagen.

 

Großformatdruck – XL- / XXL-Print

Der Großformatdruck (XL-Druck oder XXL-Print) spielt aufgrund besserer Drucktechniken und Druckmaschinen eine zunehmend wichtigere Rolle. Gerade in der Werbeindustrie sind auffällige Werbemittel ein wesentlicher Bestandteil des Marketingmix.

 

Beim Druck solch großflächiger Motive gibt es verschiedene Möglichkeiten – je nach Größe, Einsatzzweck, Material usw.. Vorzugsweise wird ein Tintenstrahldruck verwendet – es wird aber auch UV-Direktdruck zur Aushärtung mit UV-Licht verwendet. Druckbreiten bis zu 5 Metern sind keine Seltenheit – für größere Objekte werden die Druckbahnen ggf. später zusammengesetzt.

 

Als Alternative wird aber auch der Thermosublimationsdruck eingesetzt.

 

Druckverfahrensabhängig sind viele Materialien, wie z. B. PVC, Planen, Plakate, Kunststoffe, Aluminium, usw., bedruckbar.  Im UV-Direktdruck sind auch Holz, Glas, etc. bedruckbar.

 

Große Motive findet man häufig an Hausfassaden und Gerüsten, die als günstige Werbefläche hohe Aufmerksamkeit erzielen. Speziell im Bereich der Kinowerbung findet man in Städten immer wieder großformatige Werbedrucke.

 

Thermosublimationsdruck

Hier wird, ähnlich dem Thermotransferdruck, das Druckmotiv erst spiegelverkehrt auf einen Transferträger übertragen und anschließend mit Hitze auf das Druckobjekt

gebügelt. Verfahrensabhängig sind die Temperaturen derart hoch, dass Farbwachse gasförmig und aufgedampft werden. Mit der Temperatur wird die Farbmenge und damit der Farbton gesteuert. Meist werden Farbwachse auf Trägerpapier aufgebracht – dieses Verfahren findet auch beim Textil-Druck angewendet

Sublimation bedeutet den Übergang einer festen Substanz in den gasförmigen Zustand, wobei der flüssige Zustand übersprungen wird. Hitze löst die Farbe aus der Trägerfolie – diese kommt aber nicht flüssig, sondern gasförmig auf das Papier. Die Heizelemente in den Maschinen können in 256 unterschiedlichen Stufen erhitzt werden. So lässt sich die Sättigung des Gases in 256 Stufen pro Prozessfarbe (CMY) variieren. Meist wird ohne die vierte „Farbe“ Schwarz gedruckt, was sich manchmalnachteilig auf den Druck von Schattenbereichen auswirken kann.

Beim Thermosublimationsdruck ist die hohe Farbsättigung, sowie die große Farbtiefe der Drucke hervorzuheben – Fotos und farbenreiche Objekte werden gerne in diesem Verfahren bedruckt. Die Popularität des Thermosublimationsdrucks wird allerdings durch hohe Anschaffungs- und Unterhaltskosten stark eingeschränkt.

 

Abschließend noch einige Beispiele für Digitaldruck :